Kalendarium
Sprüche, Gedichte, Prosa  
zu ausgewählte Tage


Blaumeisen und der Vogelnistkasten

Ein paar Jahre sind vergangen.

Da hatt´  ich aufgehangen

einen Nistkasten im Garten

und nun hieß es -  warten.


Im  Frühling hoffte ich. - Fürwahr:

Bald äugte und besetzt ein Vogelpaar

das Häuschen aus hohlem Birkenholz.

Dem Paar die Brut gelang - und ich war stolz.


Doch im nächsten und übernächsten Jahr

vergeblich hoffte ich aufs Meisenpaar.

Hausputz! Und wusch das Innere aus;

doch kein Vogel interessierte sich fürs Haus.


Neubau? Nicht nur Menschen? Für die Blau-Meischen

erwarb ich zur Winterzeit ein neues Nisthäuschen.

Gerade anbringen, ausrichten mit Öffnung nach Ost bis Süd!

Dann muss man halt warten, was im Frühling geschieht.


Und eines Tages rief einer: "Meisen, Meisen! Drei!

Es ist nicht eine - und sie haben eine Keilerei!"

Um´s Hauschen kümmerten sich die Drei einen Dreck

Kurz und knapp: Schnell war´n sie wieder weg.


Mich fragend, warum Meisen sollten nisten

in solch von Menschhand gebauten Kisten,

und nicht wissend, was zu tun,

ließ ich einfach alles ruhn.


Der  Frühling kam leuchtend und mit Pracht.

An Blaumeisen hatt´ ich seit Wochen nicht gedacht.

Im Kopfe an die Vögel kaum noch eine Erinnerung war.

Unser Trost: So ein Kasten hängt ja auch noch nächstes Jahr.


Ja , und dann hatten wir es verpasst -

in des Lebens  Kampf und Hast.

Eines Morgens klopfte es an die Fensterscheiben:

"Das müsst ihr sehen!  Am Nistkast´n das lust´ge Treiben!"


Und fürwahr! Hin und rein und weg! Wer war schneller -

er oder sie? Tauchte ein und - aus dem künstlichen Keller?

Das weiche Nestchen war gebaut im Nu!

So vierzehn Tage bis zum Geburtenfest ist  Ruh.


Seit heute herrscht ein dicht Gedränge

am Nest, die Alten bringen ihre Fänge.

Pausenlos schaffen sie heran,

was ihre Brut schon schlucken kann.



Vier  Wochen lang werden die Jungen alles von den Eltern kriegen.

Zunächst hocken sie noch im Nest,  dann lernen sie fressen und fliegen.

"Hoffentlich habt ihr genügend Wissen und Kraft",

wünsche ich, "dass ihr das gefahrenvolle Leben schafft!"


Erläuterungen
Vor über 40 Jahr, 1977, ich war 14, sah ich zum ersten Mal junge Blaumeisen.
Sie saßen auf der Wäscheleine draußen, es waren 10 junge Meisen. Im meinem Elternhaus in Münster-Kinderhaus.
Kleine Federbälle, die ihren Schnabel schreiend aufrissen, wenn die Alten kamen. Es war nur ein kurzer Eindruck. Als ich nach einer Weile zurückkam, waren sie verschwunden. Schade! Einen guten Fotoapparat hatte ich damals noch nicht.

Wir machten gestern (10.Mai) eine überraschende Entdeckung. Direkt neben dem Meisenkasten, keine 1,50m entfernt,
wächst eine gestutzte Akkazie. Die gestutzte Krone ist zu einem kleinen Busch herangewachsen und ist besetzt mit einem Grünlingspaar.S eine Beobachtung hatte ich noch nie gemacht. Zwei Nester so nahe beieinander! -  ich stand gestern ca. 2,50 m von diesem Baum entfernt. da huschte ein Grünling, das Männchen, von der Seite an die Krone. Ich war erschrocken, stand aber still ud steif. Das Männchen hatte ein sehr großes Insekt im Schnabel. Eine dunkle Libelle? Das sollte für die Jungen sein? Schoss es mir durch den Kopf. Wenn das die Jungen schlucken müssen? Es gab noch eine andere Möglichkeit! Könnte es sein, dass das als ein Mitbringsel für die Dame es Nestes gedacht war, die gerade das Brutgeschäft besorgte? Das musste ich erst nachlesen. Ich fand: bei den Grünlingen  brütet nur das Weibchen. Das Männchen füttert sie in dieser Zeit.


Es gibt noch mehr Jungvögel (12.5.2020) in unserem Garten: Mutter Amsel fütterte 2 drängelnde  Junge, der Vater versorgte  ein drittes Tier, das sehr geduldig wartete.

Ziemlich versteckt auf dem  Beetboden fütterte eine Heckenbraunelle ihr Junges.

Waren wir nicht zu beglückwünschen?  Soviel junges Leben!











 











Text folgt
 
   

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