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  Rund um den Autor und seine Gedichte

 

 

Das neue Buch, das entsteht, hat viele Erinnerungen aus früheren Zeiten bei mir bloßgelegt.

 

Der Gedanke, dass in jedem Menschen Schöpferisches steckt, wie der bekannte Künstler Beuys meint, hat etwas Bezauberndes, Ermutigendes.

 

Man muss es nur zulassen, motiviert werden und/oder probieren, was Spaß macht. Allzu oft wird die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit, besonders das Probieren und die Sammlung der Erfahrung von den Erwachsenen eingedämmt oder korrigiert.

Schon kleine Kinder zeigen, dass sie dieses Geheimnis in sich tragen, sie malen und bauen nicht nur gern, sie suchen Neues und einverleiben auf vielfältige Weise die Welt sich ein. Im Erwachsenenalter findet der einzelne wenig Zeit.

Aber mit zunehmenden Alter gewinnt diese Fähigkeit und die Freude am Ausprobieren wieder mehr Raum: der eine beginnt zu malen, ein anderer schreibt Geschichten oder sucht sich ein Hobby oder findet fremde Welten im Lesen oder beim Reisen. Schon in der Jugendzeit kann man diese Zeit vorbereiten, indem man freizeitliche Aktivitäten, wie Wandern, Lesen, Museumsbesuche, Filmen u.a. ausübt.

Glücklich der, der während der beruflichen Arbeitszeit immer mal wieder seine kreativen Fähigkeiten probieren oder sogar einsetzen und durch eigene Ideen entwickeln kann.

Ich selbst hatte in meinem Leben viele Gelegenheiten und Impulse, diese urschöpferische Kraft zu erfahren, ihr nachzugehen und zu realisieren – und nutzte die Chance.

Von meinem Vater inspiriert und angeleitet habe ich schon ab früher Jugendzeit viel und oft mit Kohle- bzw. mit Rötelstiften zeichnen und mit Ton formen können, weil mein Vater solche Freizeittätigkeiten ausübte, oft  mit mir zusammen.

In seiner Studienzeit zum Lehrer bekam ich dann künstlerische Unterstützung durch die Begleitung von Kunst-Professor Wienhausen (Münster) zur Arbeit mit Tonerde und zur Formung von Vasen und Reliefs (Keramik). Später führte ich die Idee und Realisation meines Vaters, Krippen und Krippenfiguren zu gestalten, in meiner eigenen Familie erfolgreich weiter.

Für das Grab meiner ersten Frau entwarf ich ein Grabmal, die Realisation wurde in Zusammenarbeit mit dem Bildhauermeister B. Schemann ausgeführt. Für meine jetzige Lebensgefährtin formte ich eine hl. Elisabeth aus Tonerde, fast einen Meter groß.

Daneben entwickelte sich noch eine zweite bevorzugte Aktivität.

Angestoßen durch meine Eltern begann ich mich früh sprachlich, insbesondere für das Lesen zu interessieren. Als ich gerade lesen konnte, bekam ich zu Weihnachten ein kleines Gedichtsbändchen „Der Frühling ist die schönste Zeit“ mit Gedichten von A. von Droste-Hülshoff, H. Seidel u.a. Es war für mich, dem jüngsten Kind mit 4 Geschwistern, ein besonderer Anstoß. Ich kann mich noch gut erinnern. Ab da suchte ich alles nach Lesbaren ab, besonders der Schrank meines Vaters hatte es mir angetan. Dieser Schrank war voll gespickt mit Büchern, Zeitschriften, die in der damaligen Zeit oft Fortsetzungsgeschichten enthielten: es war ein Leseparadies.

Mein Vater las selbst viel und gern. Er  kannte außerdem viele Gedichte aus seiner Schulzeit und sang, besonders an Sonntagen, uns Kindern Volkslieder vor.

Eine richtige Leseratte wurde ich, als mein Vater die Leitung der Bücherei in der Pfarrei Burgsteinfurt übernahm. In dieser Zeit, etwa ab 16 Jahren, las ich mehrere Bücher pro Woche, alles, was die Bücherei bot: Von Heimatromanen (Ganghofer), Kriminalgeschichten (Wallace, Christie), Indianer-Büchern bis zu Tiererzählungen (Fleuron). Später kamen auch moderne Autoren wie Schaper, Marshall und Wiechert u.a. hinzu.

Diese gewissermaßen ausartende Lesewut brachte auf dem Gymnasium sogar meine Versetzung in Gefahr. In der Oberstufe wurde ich wischt, als ich im Religionsunterricht heimlich einen Roman las. Es dauere lange und kostete viel Mühen, so muss ich sagen, bis der Studienrat sich beruhigt hatte und mir verzieh.

Natürlich lernte ich auch die Heftchenromane, u.a. Jerry Cotton kennen; da sie im Elternhaus verpönt waren, las ich sie heimlich, meistens im Zug auf dem Schulweg.

Als Lehrer konnte ich meine Schüler für Märchen, auch die älteren durch eine dramatische Aufbereitung, gewissermaßen als Pausenkrimi, wenn man diese Darbietung im heutigen Sprach-Jargon betiteln wollte. Schon in meiner Ausbildung zum Lehrer machte ich die Erfahrung, dass Gedichte junge Schüler beeindrucken und begeistern können, wenn sie entsprechend ihrem Inhalt vorbereitet und vorgestellt werden. In Unterricht-Praktika bearbeitete ich als Professor mit den Studierenden das Thema „Schüler lesen Bücher“ und erprobte entsprechenden Unterricht. Das Buch `Lieber alter Zottel´ (W. Gruber) war ein Highlight; so habe ich noch heute diese Unterrichtsreihe in guter Erinnerung.

Auch während meiner wissenschaftlichen Laufbahn als Professor in Dortmund und Berlin waren selbstverständlich Lesen und Schreiben – eben auf wissenschaftlichem Gebiete - neben der Lehre meine Haupttätigkeiten. Zu nennen sind da meine zahlreichen fachlichen und behinderungsorientierten Veröffentlichungen, z.B. zur Didaktik, Montessori-Arbeit in der Schule, zur Elternarbeit und außerschulischen pädagogischen. Von meinen wissenschaftlichen Schriften wurde die „Enzyklopädie der Sonder- und Heilpädagogik“, 700 Seiten stark, in Zusammenarbeit mit ca. 100 Mitautoren; sehr bekannt. Ich war einer der beiden Mitherausgeber. Man erzählte mir, dass dieses Buch, damals, als es erschien, von vielen Studierenden erworben wurde. Sogar Studenten von anderen Hochschulen riefen mich an, Das machte mich schon stolz und war Lohn für 15 Jahre intensiver  Arbeit.

Als 1984 meine Frau einen schweren Schlaganfall erlitt, musste ich erleben, dass die medizinische Therapie weit entwickelt war, dass die praktisch-terapeutische bzw. die rehabilitativ-mediale Behandlung bei Schlaganfallpatienten im Krankenhaus relatives Neuland war. Als erstes setzte ich durch, das meine Frau sofort krankengymnastisch behandelt wurde. Mit dem Chefarzt vereinbarte ich, dass die medizinische Behandlung und die praktisch-rehabilitative Maßnahmen zwischen uns geteilt wurde. Z. B. wurden emotionale Musik-Beschallung, visuelles Nachgehen und Festhalten des wandernden Blickes der Patientin usw. von mir durchgeführt wurden. Das klappte sehr gut und führte zu einer beachtlichen <rehabilitaion meiner Frau. Der Chefarzt Prof. Schürmeyer, der bei einer Nachunterrsuchung im Krankenhaus seine frühere Patientin besuchte, äußerte: mir gegenüber: „Wie haben sie denn das geschafft.“ Viele Jahre nach dem Tode meiner Frau konnte ich den Verlauf ihrer Krankheit dokumentieren in dem Büchlein „Sechzehn geschenkte Jahre“ zu einer poetischen Dokumentation. Jahre zuvor war eine sehr genaue wissenschaftliche Abhandlung dieses Krankheitsfalles erschienen, die den pflegerischen und rehabilitativen erfplgreichen Ansatz aufzeigte (C. Kröger).

Eine besondere Erweiterung meiner Lebenserfahrung konnte ich erreichen, als ich monatelang in der Wildnis von Brasilien in einer Missionsstation wohnend, Brasilianer in ihrem Lebensraum erlebte und deren alte Menschen im Heim pflegte und versorgte, gewissermaßen ausgestattet mit Pflegeerfahrung aus und nach einer fast 16jährigen Lernzeit bei der Versorgung meiner kranken Frau.

Ein Anstoß, sich als Autor auch im außerwissenschaftlichen Bereiche zu betätigen, war für mich als Großvater, dass mir die Märchen beim häufigen Vorlesen in der Runde meiner jungen Enkelkindern ausgingen und die Buben mich aufforderten, selbst Märchen zu erfinden. So entstand das erste eigene Märchenbuch. Lesungen in verschiedenen Ortschaften brachten Erfolg und vor allem Freude an weiteren Werken.

Die Stoffe dazu fand ich in meiner näheren Umgebung: In meinem beruflichen, autobiographischen und familiären Umfeld. Dazu gehörten Professorenleben, Haustierumgang, schicksalhafte Partnerprobleme. In einem weiteren Werk befasste ich mich noch einmal mit märchenhaften bzw. phantastischen Geschichten, aber unter der Thematik „Liebe“ („Die von der Liebe träumen“).

In einem neuesten Band, der bald erscheinen wird, stellt ich „Gereimtes bis Nichtgereimtes“ unter dem erweiterten Thema „Leben und Lieben“ vor. Dass ich ein Buch mit vielen Liebesgedichten herausbrachte, dazu hat auch letztendlich die viel diskutierte Veröffentlichung „Amoris Laetitia“ von Papst Franziskus beigetragen, wenn dort die Meinung vertreten wird, Liebe solle Freude bringen und über die Liebe müsse man miteinander sprechen.

Wer einen Gedichtsband herausbringt, der muss in der heutigen visuell und digital übersensibilisierten Zeit damit rechnen, dass er auf keine große Begeisterung trifft, eher auf schnelle Kritik, wenn man nur ein „Privatier der Dichtkunst“ ist und aus Freude an der Sache Reime schmiedet und vorwiegend in Internet-Foren zu finden ist.

Doch den Spaß am Veröffentlichen – auch von Gedichten – wird mir wohl keiner verderben.